Private Equity stärkt Wachstum im deutschen Mittelstand
Studie: Managementteams äußern sich über Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren
Frankfurt am Main, 4. Juli 2007. Private-Equity-Investoren setzen auf Wachstum und ermutigen ihre Managementteams zu Unternehmenszukäufen. Sie optimieren Organisation und Prozesse, um die notwendige Basis für die strategische Weiterentwicklung der Portfoliounternehmen zu schaffen. Außerdem führen sie eine individuelle Ergebnisverantwortung auf allen Ebenen des Managements ein und etablieren damit ein Höchstmaß an Transparenz. Finanzinvestoren verstehen sich als Partner der Portfoliounternehmen und lassen daher ihren Managements weitgehend freie Hand. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der heute veröffentlichten Studie Private Equity im Mittelstand: Wie verändern Finanzinvestoren deutsche Unternehmen?, die FINANCE im Auftrag der Deutschen Beteiligungs AG und Lincoln International erstellt hat.
Managementteams des deutschen Mittelstands wurden in Tiefeninterviews über die Zusammenarbeit mit ihrem jeweiligen Finanzinvestor befragt. In den untersuchten Unternehmen sind insgesamt 16 im deutschen Mittelstand aktive Beteiligungsgesellschaften investiert, darunter 3i, Allianz Capital Partners, Doughty Hanson, KKR sowie Odewald & Compagnie. Diese unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise zum Teil erheblich voneinander: Während manche fast ausschließlich auf M&A setzen (Buy-and-Build-Strategien), forcieren andere operationelle Verbesserungen in den Unternehmen, indem sie den Managementteams industrieerfahrene Beiräte zur Seite stellen und für einen Methodentransfer zwischen ihren einzelnen Portfoliounternehmen sorgen. Kritisch bewerteten einige der Befragten die sehr hohen Reporting-anforderungen und den höheren Druck. Größter Wertschöpfungshebel darin sind sich alle einig ist die strategische Weiterentwicklung und somit das konsequent qualitative Wachstum der Portfoliounternehmen, weniger die Optimierung von Kosten und Personalbestand.
Private-Equity-Gesellschaften haben in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland rund 32 Milliarden Euro in mehr als 15.000 meist kleine und mittlere Unternehmen investiert, - und zwar mit Erfolg: Die Umsätze der von ihnen finanzierten Unternehmen wuchsen viermal schneller als im Durchschnitt der Wirtschaft. Diese Unternehmen erhöhten ihre Beschäftigtenzahlen um 5 bis 15 Prozent pro Jahr. Die Politik sollte daher ein Interesse an der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Beteiligungsbranche haben und stabile Rahmenbedingungen für Private Equity schaffen, betonte Wilken von Hodenberg, Sprecher des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG, anlässlich der Vorstellung der Studie. Deutschland braucht Bedingungen für Finanzinvestoren, die sich mit denen anderer EU-Länder messen können. Das betrifft einerseits die Besteuerung der Erträge, die den Investoren zufließen, und andererseits die für Aktien- und Rentenfonds und im Ausland gängige Umsatzsteuerfreistellung der Managementvergütungen. Um die positive Arbeit für mittelständische Unternehmen in Deutschland fortsetzen zu können, ist die steuerliche Gleichstellung von Private-Equity-Fonds mit Investmentfonds, also Steuertransparenz und Umsatzsteuerfreistellung, dringend notwendig, so von Hodenberg.
Bei Unternehmensverkäufen avanciert in vielen Fällen Private Equity zur präferierten Käufergruppe: Im Gegenteil zu strategischen Käufern besonders ausländischen Wettbewerbern bieten Finanzinvestoren in der Regel höhere Prozessschnelligkeit und größere Transaktionssicherheit. Aufgrund ihres enormen Anlagedrucks und unterstützt durch das wieder erblühte Kreditinteresse akquisitionsfinanzierender Banken, sind Finanzinvestoren immer öfter in der Lage, gleichhohe oder höhere Preise als strategische Käufer zu zahlen. Schließlich bietet Private Equity für die betroffenen Management-Teams attraktive Wachstumsperspektiven und unternehmerische Anreizstrukturen. Entsprechend erwarten wir, dass in den kommenden drei Jahren bei rund einem Drittel aller Verkaufsprozesse von deutschen Mittelstandsunternehmen Private Equity-Fonds den Zuschlag erhalten werden, sagt Dr. Michael Drill, CEO von Lincoln International.
Über die Deutsche Beteiligungs AG
Die börsennotierte Deutsche Beteiligungs AG (www.deutsche-beteiligung.de) zählt zu den führenden Private-Equity-Gesellschaften und ist mit mehr als 40 Jahren Erfahrung das älteste Unternehmen der Branche in Deutschland. Die Deutsche Beteiligungs AG konzentriert sich auf marktführende mittelständische Unternehmen in Deutschland. Sie investiert aus der eigenen Bilanz und Mittel aus Parallelfonds. Insgesamt hat sie rund eine Milliarde Euro unter Management.
Über Lincoln International
Als global aufgestelltes, integriertes M&A-Beratungshaus für mittelgroße Transaktionen bietet Lincoln International (www.lincolninternational.com) mit hervorragend ausgebildeten Experten Corporate Finance-Beratungsdienst-leistungen auf höchstem Qualitätsniveau an. In den Büros in Chicago, Frankfurt, Los Angeles, New York, Paris und Wien sind für Lincoln International rund 100 M&A-Experten tätig. In 2006 hat Lincoln International in Deutschland erfolgreich 23 Unternehmensveräußerungen begleitet.
Über FINANCE-Research
FINANCE-Research erstellt Studien und Jahrbücher im Bereich Unternehmensfinanzierung und M&A. Bislang erschienen sind unter anderem die Studien Zerschlagung der Deutschland AG, Auslaufmodell Hausbank? und Economic Impact of Private Equity. Darüber hinaus verfügt FINANCE-Reasearch über eine umfangreiche Datenbank mit allen Unternehmenstransaktionen mit deutscher Beteiligung seit dem Jahr 2000 (DealBank) und veranstaltet regelmäßig Branchenevents im Bereich Corporate Finance. FINANCE-Research ist Teil der Financial Gates GmbH, einer Tochter des F.A.Z.-Instituts. Hauptprodukt von Financial Gates ist die monatlich erscheinende Fachzeitschrift FINANCE.
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Redaktion FINANCE
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